Zeitblick / Das Online-Magazin der HillAc - Mai/Juni 2006 - Nr. 17

In Hamburg

9. Teil - Bei St. Annen 1


April 2006 / Foto: HillAc

Überquerst du die Wandbereiterbrücke stadtauswärts, so triffst du am anderen Ufer des Wandrahmfleets auf die Unternehmenszentrale der HHLA, der "Hamburger Hafen und Logistik AG".

Nur wenige Schritte und du stehst vor dem großen Eingangsportal an der Westfassade eines stattlichen Gebäudes.

 


Bei St. Annen 1 - das Eingangsportal an der Westfassade im Februar 2006. Foto: HillAc

Bei St. Annen 1, ein vom Jugendstil beeinflusster Neo-Renaissance-Bau, erbaut von den Architekten Johannes Grotjan und Hanssen & Meerwein - zwischen 1902 und 1904 - nach dem Entwurf eines Rathauses der Kaiserzeit. Deshalb der Name: Das "Rathaus" der Speicherstadt. 463 Pfähle tragen das Gebäude und trotzen bis heute dem ständigen Tidenwechsel in den angrenzenden Fleeten.


Das "Rathaus" der Speicherstadt im Oktober 2005, Ansicht von Südwesten.
Foto: HillAc

Aus der Geschichte

"Intensivierung des Warenumschlags im Hafen", "Fortentwicklung des Hafens" und "Ausbau der internationalen Handelsbeziehungen", das waren die Themen, die Mitte des 19. Jahrhunderts an der Börse, im Senat und in der Hamburger Bürgerschaft kontrovers diskutiert wurden.

Das Anlegen der Schiffe, das Ablegen der Schiffe, das Lagern der Waren und das Verteilen der Waren im Hafen mussten organisiert werden. In amerikanischen Häfen wurden diese Aufgaben überwiegend von privaten Unternehmen übernommen. Die Hamburger Ratsherren wollten es jedoch anders.

1866 veranlasste der Wasserbau-Direktor Dalmann die Gründung der "Kaiverwaltung", um Aufsicht, Wartung und Betrieb der Hafenanlagen zu gewährleisten.

Am 7. März 1885 wurde mit Hilfe der Norddeutschen Bank die "Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft" (HFLG) gegründet. Sie sollte für rund 200.000 qm Lagerfläche, die über das Stadtgebiet verteilt war, innerhalb des neuen Freihafens Ersatz schaffen. Dies war der Auftrag für den Bau der Speicherstadt.

1888 bezog die HFLG ihr erstes Hauptverwaltungsgebäude im Gebäude Am Sandtorkai 1.


Das erste Hauptverwaltungsgebäude der HFLG - Am Sandtorkai 1.
Hier die Ostfassade im Mai 2005. Das Gebäude wurde in der
Zeit zwischen 1886 und 1887 von den Architekten
Stammann & Zinnow und Hanssen & Meerwein gebaut.
Foto: HillAc

1904 wurde das "Rathaus" der Speicherstadt Bei St. Annen 1 fertiggestellt und fortan zum Hauptverwaltungsgebäude der HFLG.

1935 fusionierten die "Kaiverwaltung" und die HFLG zur "Betriebsgesellschaft der hamburgischen Hafenanlagen". Die Umbenennung in "Hamburger Hafen- und Lagerhaus- Aktiengesellschaft" (HHLA) erfolgte vier Jahre später, 1939.

Am 1. Oktober 2005 wurde aus der HHLA die "Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft" (HHLA).


Holländischer Brook, Südeingang zum "Rathaus" der Speicherstadt und Block U im April 2006.
Foto: HillAc

Die Südfassade

Die Südfassade grenzt an eine Straße mit dem Namen "Holländischer Brook". Hier findest du einen weiteren Eingang, den Südeingang: Holländischer Brook 7. Das "Rathaus" der Speicherstadt ist seit 2002 im Innern mit dem anschließenden Block U verbunden. Block U dient seither als Erweiterung der Unternehmenszentrale der HHLA.


Der Südeingang zum Hauptverwaltungsgebäude
der HHLA, Holländischer Brook 7, im April 2006.
Foto: HillAc

Das Wappen der HFLG am Giebel
der Südfassade im Februar 2006.
Foto: HillAc

Ein Tympanon ist in der Regel eine dreieckige Schmuckfläche an Giebeln, über Portalen oder über Eingangstüren. So auch hier.

Ein junges Fabelwesen mit Fischflossen, Krone und Engelsflügeln überwacht den Südeingang. Fünf Stockwerke höher - am Südgiebel - ist das Wappen der HFLG in Stein verewigt.

Fast hätte ich es vergessen. Eine Aktiengesellschaft hat immer einen Vorstand. So auch die HHLA.


Die für den Vorstand reservierten Parkplätze befinden
sich am Südeingang, Holländischer Brook 7.
Foto: HillAc / April 2006

Jesper Sörensen