Zeitblick / Das Online-Magazin der HillAc - 21. Juni 2009 - Nr. 34

Begegnungen mit Tarot

100 JAHRE MODERNER TAROT

Internationale Tarot-Kongress

Im vom 27.-29. November veranstaltet der deutsche Tarotverband Tarot e.V. seinen ersten internationalen Kongress aus Anlass des 100. Jahrestages der Veröffentlichung der Rider Waite Karten. Zahlreiche Gastreferenten haben sich angesagt, und es wird Workshops zu den verschiedensten Themen rund um Tarot geben.

Warum ein Tarot-Kongress?

Heute möchte ich berichten, wie es dazu kam und was den Tarot e.V. dazu veranlasst hat, die umfangreiche Arbeit in Angriff zu nehmen, um im Herbst in Hamburg einen richtig großen Tarotkongress stattfinden zu lassen.

Im Herbst 2002 fanden sich einige Tarotbegeisterte zu einem Brainstorming zusammen. Wir hatte uns im Internetforum von Hajo Banzhaf kennen gelernt, und uns alle verband die Überzeugung, dass in den 78 Pappkarten mehr steckt als ein altmodisches Spiel oder ein ganz und gar nicht mehr zeitgemäßes Mittel, die Zukunft voraus zu sagen. Wir alle hatten gute Erfahrungen damit, persönliche Probleme mithilfe der Karten zu klären, Ursachen für bestimmte Entwicklungsprozesse zu untersuchen und uns als Menschen mit vielen Gaben und Potenzialen zu erkennen und anzunehmen. Einige von uns standen anderen Menschen als Berater in teils schwierigen Lebenslagen bei, und mancher unterrichtete selbst das Kartenlesen. Zusammengerufen hatte uns der Tarotautor Hajo Banzhaf, der mit seiner Frau Brigitte Theler die Idee zu einem Tarotverband für den deutschsprachigen Raum gehabt hatte. Noch waren wir eine kleine Gruppe, die sich große Ziele gesteckt hatte, doch nicht zuletzt durch die wachsende Mitgliederzahl des Internetforums wussten wir um das große Interesse an den Karten. Und je mehr Tarot in das Blickfeld der Öffentlichkeit geriet, durch Fernsehen und Medien oder Mundpropaganda, durch mehr oder weniger mysteriöse Filme und freundliche oder unfreundliche Presseberichterstattung, desto mehr Bedarf bestand auch daran, das Wesen der Karten und den zeitgemäßen Umgang damit klarzustellen. Als wir im Mai 2003 den Tarot e.V. aus der Taufe hoben, hatte er 10 Gründungsmitglieder, darunter neben Hajo Banzhaf und Brigitte Theler zwei weitere bekannte Autoren, Ernst Ott und Korai Peter Stemmann. Ein klarer Ehrenkodex sollte von Anfang an absichern, dass wir für einen Tarot ohne Hokuspokus stehen, einfühlsam und zugleich gewissenhaft und ehrlich für jeden Ratsuchenden angewandt, ohne ihn zu bevormunden oder Abhängigkeiten zu schaffen. So wurde aus vielen Einzelkämpfern ein Verein, und eine spannende gemeinsame Arbeit als Tarot e.V. begann.


"Der Eremit" und "Drei Kelche" aus den Tarotkarten
von Arthur E. Waite & Pamela Colman Smith (1)

Schon lange haben sich auch in anderen Ländern Menschen zusammengeschlossen, denen die Karten in gleicher Weise am Herzen liegen. Zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Tarotvereinigungen bestehen freundschaftliche Beziehungen. Und auch wir als deutschsprachiger Tarot e.V. wurden bald wohlwollend wahrgenommen, vor allem durch die Kollegen aus den Niederlanden, wo der Tarotberater bereits als Berufsbild anerkannt ist, ein Ziel, was in Deutschland noch Zukunftsmusik ist. Da die internationale Vernetzung eines unserer wichtigen Ziele ist, sind alle Kontakte für uns von großer Bedeutung. Eigentlich noch wichtiger aber ist uns die Öffentlichkeitsarbeit, mit der wir Interessierte genauso erreichen wollten wie noch gänzlich tarotunerfahrene Menschen oder solche, die mit dem Kartenlegen bisher negative Erfahrungen verbinden. Den ersten Meilenstein dazu bildete der erste Deutsche Tarotkongress 2006 in München, der sich einer regen Teilnahme - vor allem aus Süddeutschland, aber auch aus anderen Bereichen des deutschsprachigen Raums - erfreute. Auf diesem Kongress wurden interessante Themen vorgetragen, Freundschaften geknüpft, Zusammenarbeiten vereinbart und es wuchs der Wunsch, eine weitere, noch größere derartige Veranstaltung durchzuführen. Der 100. Geburtstag des Rider Waite Tarot ist dafür als Anlass wie geschaffen. Er bietet einen würdigen Rahmen und war auch ein zugkräftiges Argument, international bekannte Experten wie Rachel Pollack, Mario Montano oder Herrmann Haindl für eine Teilnahme zu gewinnen.

Der Rahmen für die Veranstaltung steht nunmehr fest. Dank der unermüdlichen Arbeit einer Vorbereitungsgruppe um Johannes Fiebig liegt eine erste Fassung des Programms vor und der Vorverkauf von Eintrittskarten hat begonnen.

Ein Frühbucherpreis gilt bis  30. Juni 2009!

Alles Nähere ist zu erfahren unter
www.tarotkongress.de (deutsch) bzw. www.tarotcongress.com (englisch).

Warum also ein Tarot-Kongress? Um die Karten zu würdigen. Um eine breite Öffentlichkeit mit neuen und interessanten Fakten bekannt zu machen. Um eine Vernetzung von an Tarot interessierten Menschen über die Grenzen Deutschlands hinaus anzustoßen.

Um die Freude weiter zu geben, die uns die Karten gebracht haben!

In diesem Sinne sind alle Interessenten herzlich eingeladen.


"Vier Stäbe" aus den Tarotkarten
von Arthur E. Waite & Pamela Colman Smith (1)

© Annegret Zimmer

(1) Mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Verlags. © Königsfurt Verlag, Krummwisch.

Annegret Zimmer lebt und arbeitet in Halle/Saale und ist Gründungsmitglied des Tarot e.V. Erster Deutscher Tarotverband.